Yogis for Future: Innere Stärke und Gelassenheit statt Wutausbruch und Gefühlschaos

Kinderyoga Musberg Stuttgart Leinfelden Echterdingen

Erwachsene suchen etwas im Yoga, zu dem Kinder in der Regel noch leichter Zugang haben: Verbundenheit mit sich und ihrer Umwelt, unmittelbares Erleben, Fühlen, Staunen, Entdecken, einfach das Sein genießen statt wie der berühmte Hamster im Rad immerzu im Tun zu stecken.

Alle Menschen kommen mit einem schier unermesslichen Potenzial auf die Welt. Doch innerhalb kürzester Zeit schrumpft dieses umfassende Meer an Möglichkeiten zu einem kleinen Tümpel zusammen, wird geradezu zurechtgestutzt. Als Erwachsene sind wir somit häufig die Bonsaiversion dessen, was wir hätten sein können. Bei Kindern zeigt sich die komplette Fülle von dem, „was alles sein kann und möglich ist“ in Reinkultur. Im Vergleich zum Erwachsenen ist ein Kind ein Riese, ein Riese der Möglichkeiten.

Daher sind unsere Jüngsten die besten Yogis – zumindest von Natur aus. Druck, temporäre oder vergangene Belastungen sowie subjektives Stressempfinden können dieses kindliche Naturtalent allerdings allzu leicht ins Wanken bringen. Dann leiden Kinder an denselben Ängsten und Unsicherheiten wie ein Erwachsener. Das kann erschöpfend sein und unzufrieden machen. Auch Kinder rutschen schließlich hin und wieder aus ihrer Mitte. Was sie dann meist brauchen, ist eine Umgebung, in der sie wieder in Balance kommen, auftanken, abschalten, Akzeptanz, Freiheit, Spaß und Leichtigkeit, Selbstwirksamkeit und Verbundenheit mit sich und anderen erfahren.

Ab 27. September bietet der TSV Musberg immer montags von 16 bis 17 Uhr im Bürgersaal Musberg Yoga für Grundschulkinder an, frei nach dem Motto: Yoga erfahren und „Yoga spielen“ – undogmatisch und frei. Angeboten wird der Kinderyoga-Kurs von Cornelia Nyhof, selbst Mama einer 4-jährigen Tochter und seit einigen Jahren als Yogalehrerin für Erwachsene und Kinder, Atemtherapeutin und Begleiterin für Kinder mit sozial-emotionalen Defiziten tätig. Sie unterrichtet Kinderyoga nach dem Vorbild der Amerikanerin Gurudass Kaur, die das Childplay Yogakonzept entwickelt hat.

„Beim Childplay Yogaprogramm handelt es sich nicht um ein formales Unterrichten von Yoga, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Yoga gelebt, gespielt, gefühlt wird“, erklärt Cornelia Nyhof. Die Methode: Entspannungsübungen, Atemübungen, Gruppen-, Konzentrations-, Koordinations-, Sinnesübungen, Übungen, die Flexibilität in Körper und Geist bringen, Gefühle spüren lassen etc. Im Mittelpunkt stehen Spiel und Spaß, sich selbst und andere erfahren und gemeinsam lachen, springen, dehnen, tanzen, entspannen, träumen…

Die Kinder erlernen einfache Techniken, die sie auch im Alltag nutzen können, wenn eine Klassenarbeit ansteht, ein Streit oder Frustration sie wütend oder traurig machen, sie überfordert sind, Angst haben oder sie – wie jeder andere auch – einfach mal schlechte Laune haben. Im Idealfall ist das Childplay Yoga ein Ort, an dem sich die Kinder sicher, akzeptiert, ermutigt und angenommen fühlen. Ausgeglichenheit, Gesundheit, Potenzialentfaltung sind die positiven Nebeneffekte.

„Jedes Kind ist willkommen und soll sich mit seinen ganz individuellen Eigenschaften zeigen dürfen“, so Cornelia Nyhof. „Das ist das Besondere am Unterrichten: die unglaubliche Bandbreite an individuellen Unterschieden, die die Kinder mitbringen, zu sehen, zu schätzen und zu stärken. Das bereichert die gesamte Gruppe.“ Schon Albert Einstein brachte es treffend auf den Punkt: „Jeder leuchtet anders, dadurch wird unser Licht jedoch nicht weniger hell.“

Sich selbst und anderen mit Akzeptanz, Neugier, Offenheit und Respekt begegnen, kurz: das soziale Miteinander erfahren, steht im Kinderyoga ebenso im Mittelpunkt wie das Erlernen von Achtsamkeits-Tools, Yoga- und Entspannungsübungen, Meditation, Phantasiereisen, selbstständiges Erarbeiten von Bewegungseinheiten sowie Diskussion, Spiel und Spass.

„Anderen offen, neugierig und vorurteilsfrei zu begegnen, ist ein wichtiger Aspekt im Kinderyoga“, sagt Cornelia Nyhof. Leistung stehe nicht im Fokus, denn damit seien die Kinder bereits genügend konfrontiert. Stattdessen wird im Yoga gelernt und erfahren, wie man am besten mit Herausforderungen, Druck und Erwartungen von außen umgehen kann, um nicht aus seiner Mitte zu rutschen. „Affekttoleranz und das bewusste Innehalten vor stressigen oder überwältigenden Situationen helfen den Kindern, sich selbst besser zu spüren, mit ungewohnten Gefühlen umzugehen und sie zu akzeptieren – seien sie angenehm oder unangenehm“, so Nyhof. Das Leben ist nicht immer einfach, aber man kann lernen mit Herausforderungen umzugehen. Dabei erfahren Kinder Selbstwirksamkeit, steigern ihren Selbstwert und lernen sich und ihre Ressourcen besser kennen.

Ein wundervolles Zitat beschreibt das Potenzial der Kindheit vielleicht ganz gut:
„(….) Könntest du sie sehen, wie sie wirklich sind, würdest du staunen. Du würdest keine kleinen Kinder sehen, sondern tanzende Lichtwolken, Energie in Bewegung, die in einem Ozean der Liebe schwimmt. Sie sind so viel mehr als du siehst (…). Aus: Das Tao Te King für Eltern von William Martin.

Termin: ab 27. September 21, 10 Termine
Uhrzeit: 16-17 Uhr
Ort: Bürgersaal Musberg, Filderstraße 54


Kategorie:Yoga Stil

Yogalehrerin aus Leidenschaft. Vinyasa Yoga, Strala Yoga, Yin Yoga und Kinderyoga für alle in und rund um Stuttgart. Ich freue mich auf alte Yoga-Hasen, Newbies und Wiedereinsteiger.

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